3 Tage Trekking-Tour auf den Mount Rinjani

von littletravelfamily

Am Vortag unserer gebuchten Trekking-Tour auf den Vulkan Rinjani fuhren wir mit der öffentlichen Fähre von Bali nach Lombok. Die Überfahrt war recht angenehm und nach 4,5 Stunden erreichten wir den Hafen Lembar wo wir auch nach kurzer Zeit schon abgeholt wurden. Die Fahrt zu unserer Unterkunft, die in der Nähe des Rinjani-Nationalparks lag, dauerte weitere 3 Stunden in denen wir feststellten, das Licht an Rollern hier wohl überbewerteter Luxus ist. Nicht nur einmal konnten wir nur knapp einem plötzlich erscheinenden Fahrzeug ausweichen. Als wir heil am Ziel ankamen, hatte die Mutter von Andreas (der Veranstalter unserer Trekking-Tour) uns ein traditionelles Essen gekocht, das wir bei der Familie zu Hause genießen durften. Es gab verdammt leckeres Papaya-Curry mit Reis, das wir aber anstatt wie hier üblich mit den Händen, dann doch lieber mit dem Löffel gegessen haben. In unserer Unterkunft ging es dann ans Packen für unseren 3-Tages-Ausflug. Wichtig war vor allem auch warme Kleidung, da es auf 3.700m doch recht kalt werden kann. Am nächsten Morgen starteten wir nach einem kleinen Frühstück, bei dem wir auch unsere restliche Gruppe kennenlernten (Guido und Nadine aus NRW) schon um 7 Uhr mit dem Auto zum Fuße des Vulkans. Auf einer Höhe von 980m startete dann unser Aufstieg, der uns am Anfang noch recht flach an einigen Feldern vorbei führte aber sehr schnell immer steiler wurde.

Rinjani Wanderung

Nach drei anstrengenden Stunden in der prallen Sonne gab es die erste Stärkung. Unsere Träger, die hier mit Flip-Flops den Proviant in ca. 30kg schweren Körben, die an Bambusstangen befestigt waren, hochschleppten, hatten sogar einen Mixer für frische Fruchtsäfte dabei und auch ein ungerupftes totes Huhn baumelte an einem der Körbe. Zuerst gab es also einen Bananensmoothie, gefolgt von einem leckeren einheimischen Gericht. Bei der Zubereitung durfte man allerdings nicht ganz so genau zuschauen. Unser Team, das aus einem Guide und vier Trägern bestand, schnippelte und kochte fleißig zwischen leider ziemlich hohen Müllbergen für unsere Vierer-Gruppe das Mittagessen. Nach der Stärkung standen weitere 4 Stunden steiles und anstrengedes hochlaufen auf dem Programm. Kurz vor
Sonnenuntergang erreichten wir dann ziemlich durchgeschwitzt unser erstes Camp auf 2.639m und hatten somit um die 1.700 Höhenmeter (des öfteren gab es auch Bergab-Stücke) hinter uns gebracht.

Rinjani Zeltlager

So viel sind wir bisher noch nicht mal mit dem Mountainbike gefahren 😉 Nachdem auch unser Guide und die Träger das Camp erreichten, wir mit Essen versorgt und einmal den wunderschönen Sternenhimmel betrachtet hatten (Juhuu endlich mal wieder die Milchstraße klar und deutlich gesehen), war es auch schon Schlafenszeit, da wir am nächsten Morgen schon um 2 Uhr wieder geweckt wurden um an den Kraterrand des Vulkans zu gehen.

Rinjani Sonnenuntergang

Die Nacht war in unserem kleinen Zelt recht kurz und unbequem und so mussten wir auch recht bald wieder aufstehen. Der Aufstieg auf den Vulkan war mehr als beschwerlich. Im kleinen Schein der Stirnlampe ging es einen sehr steilen Pfad der nur aus losem Geröll bestand hinauf, auf dem man nach jedem Schritt wieder einen halben zurückrutschte. So kam man bei ca. 5 Grad dennoch richtig ins Schwitzen. Das Hochmarschieren war sehr anstrengend und erinnerte an das Gehen im Tiefschnee. Nach langer anstrengender Wanderung erreichten wir den Rand, an dem wir auf den Sonnenaufgang warteten und dann einen atemberaubenden Blick ins Innere des großen Vulkan Rinjani und auf den neu gebildeten, immer noch aktiven kleineren Vulkan Baru hatten.

Rinjani Sonnenaufgang

Es bestand die Möglichkeit bis zum höchsten Punkt des Kraterrandes weiter zu gehen, aber da wir an dem Tag noch weitere Ab- und Anstiege von Insgesamt 1.600 Höhenmetern vor uns hatten, entschieden wir uns dagegen. Nach der Rückkehr vom Kraterrand gab es im Camp noch Frühstück und anschließend starteten wir sogleich mit dem Abstieg zum Kratersee. Wir kletterten über viele Felsbrocken in die Tiefe und Nadine und ich waren heilfroh dass wir unsere helfenden Männerhände dabei hatten, die uns über die hohen Absätze hinunter halfen. Der Abstieg schien kein Ende zu nehmen, doch nach fast vier Stunden erreichten wir endlich den See. Leider war an ein kühles Bad nicht zu denken, da das Ufer komplett mit Müll übersäht war. Während für uns das Mittagessen vorbereitet wurde, gingen wir also ersteinmal weiter an die heißen Quellen und entspannten unsere schon recht mitgenommenen Beine und Füße im warmen Wasser. Hätten wir gewusst, dass nach den schon sehr anstrengenden 10 Stunden uns der schwierigste Part noch bevorstand, wären wir wahrscheinlich nicht mehr so gut gelaunt gewesen 😉

Nach dem Essen (Gado Gado, unser Lieblingsessen hier in Indonesien) liefen wir ein kleines Stück am See entlang bevor es wieder nach oben ging. Anfangs noch recht human, verwandelte sich die Strecke schnell in einen Klettersteig für Fortgeschrittene und das ohne Helm und Sicherung an einem 500 Meter hohen Abhang. Schön das ich ja überhaupt keine Höhenangst habe (und gut, dass wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten, das es hier schon viele Todesfälle gab…). Aber was bleibt einem anderes übrig. Umkehren ist in der Mitte eines Vulkans nicht möglich. Und so kämpften wir uns weitere vier Stunden auf allen vieren den Kraterrand hinauf zu unserem zweiten Camp. Trotz der wahnsinnigen Anstrengung, der gefährlichen Kletterparts und einer nicht wirklich erholsamen Nacht, machte es doch irgendwie auch Spaß. Keine Ahnung ob das an irgendwelchen Hormonausschüttungen oder der Freude darüber, dass man doch Leistungsfähiger ist, als man es je zu denken wagte, lag. Komplett verstaubt und mit richtig schwarzen Händen und Fingernägeln kamen wir endlich oben an und waren verdammt froh, dass wir alle vier noch heil und unverletzt waren. Der Ausblick in den riesigen Vulkankrater war auch von dieser Seite einfach einzigartig. Nach einer weiteren Nacht im Zelt stand uns „nur“ noch der Abstieg vom Vulkan in das Dorf Senaru bevor. Dieser „Weg“ war zum Glück nicht ganz so felsig und nach über 5 Stunden und weiteren 2.000 Höhenmetern erreichten wir nach den anstrengsten drei Tagen unseres Lebens den Ausgang des Nationalparks. Glücklich und total verdreckt hatten wir über 6900 Höhenmeter (Bergab und Berauf) überwunden. Die kommenden Tage werden wir unseren Muskelkater auf der Insel Gili Meno beim Herumliegen, Massieren lassen und Tauchen auskurieren.

Schon unser Indonesien Video gesehen :)?

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4 Kommentare

Guido Glowacki 27. September 2014 - 13:14

Hallo ihr Zwei!
Man kann es leider nicht wirklich in Worte packen wie hart es war.
Was Härteres wie DAS haben wir aber auch noch NIE gemacht und all das Fluchen und Meckern beim „Wandern“ über die Strecke…wir haben erst Tage später in Kuala Lumpur realisiert wie schön die Tour war und vor allem wie schön die Tour auch durch Euch war!
Schön Euch kennen gelernt zu haben!

Viele Grüße
Nadine & Guido

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Lena 30. September 2014 - 12:36

Hallo ihr beiden! Es war wirklich verdammt hart, aber auch eine tolle Erfahrung! Hat uns auf alle Fälle sehr gefreut euch kennen gelernt zu haben und wir freuen uns schon auf euren Besuch 🙂

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Leserfotoreihe: Giganten in Indonesien - Indonesiens Vulkane | indojunkie 22. Januar 2015 - 17:46

[…] Foto von Lena Boy […]

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Leserfotoreihe: Giganten der Natur - Indonesiens Vulkane | indojunkie 23. Januar 2015 - 10:33

[…] Foto von Lena Boy […]

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