Walbeobachtung in Island im Winter

von littletravelfamily

21.02.2014 – Endlich war es soweit. Nachdem unsere Walbeobachtungs-Tour am Dienstag wegen zu heftigem Wind abgesagt wurde, war heute das Wetter gut genug, um zumindest in der Nähe von Reykjavik eine Tour zu starten. Nicht genau die Tour, die wir ursprünglich geplant hatten, nämlich Orcas auf der Snaefellsnes-Halbinsel zu beobachten, aber immerhin. Da die Tour erst um 13.00 Uhr geplant war, nutzten wir die Zeit um uns vorher noch Reykjavik anzuschauen.

Ein wirklich niedliches Hauptstädchen 😉 In den Außenbezirken stehen zwar Hochhäuser, was nicht sonderlich anschaulich ist, aber die Innenstadt ist sehr idyllisch. Viele kleine Lädchen, bunte Häuschen, Bars und Gallerien. Keine Großstadthektik, kein Lärm. Wirklich beschaulich und angenehm so durch die Gassen zu schlendern. Mittags aßen wir dann noch in einer extrem stylischen… Bar? Cafe? Restaurant? Es war irgendwie von Allem etwas. Das Babalu Coffee House. Drinnen saß man auf Bänken an kleinen Campingtischen, überall war enorm viel Kitsch aufgestellt, Hirsche mit Sonnenbrillen hingen an der Wand, Omas alte Nachttischlampen standen in antiken Holzregalen und Lichterketten beleuchteten eine kleine Theke im hinteren Bereich des Lokals. Einfach gemütlich. Wirklich empfehlenswert.

Babalu Coffee House Iceland

Nach einem Sandwich und einer heißen Schokolade waren wir startklar für die Walbeobachtung. Am Hafen angekommen bekamen wir unsere Tickets und wurden auf einen Bus verwiesen, in den wir einsteigen sollten. Bus? Walbeobachtung mit einem Bus? Direkt am Hafen? Ja – wir mussten erstmal zu einem anderen Hafen, 50 Minuten entfernt, fahren, an dem wir dann auf unser Schiff konnten. Mega touristisch. Überhaupt Nichts für uns… naja, wenn wir schonmal im Bus saßen…Also warten bis wir in der Nähe von Keflavik angekommen waren und rauf aufs Schiff und rein in geniale, ganzkörper Arktis-Expeditions-Anzüge. Da es auf dem Meer noch windiger als auf dem Festland werden würde und die Temperaturen auch nur um den Gefrierpunkt lagen, besorgten wir uns natürlich sofort zwei der begehrten Overalls. Somit trugen wir dann Skiunterwäsche, Thermohosen, T-Shirt, Pullover, 2 Daunenjacken, eine 3-Lagenjacke und den Anzug. Und das brauchten wir auch! Wir sicherten uns einen Platz auf dem Oberdeck; super zum Wale beobachten, aber nicht sehr windgeschützt.

Bildschirmfoto 2014-03-13 um 20.24.39

Nach ca. einer halben Stunde hatten wir dann Glück. „Aaaaah, Woooow“ – (ein paar Touristen müssen natürlich immer sofort herumschreien, wenn sie was tolles sehen…) Es war die erste „Fontäne“ eines Buckelwals beim Ausatmen. Richtig nennt man es Blas. Also fuhr das Schiff  in Richtung des Blas, in der Hoffnung näher an den Wal heranzukommen. Und tatsächlich schafften wir es – oder der Wal war einfach neugierig – uns relativ nah an die mittlerweile zwei Säuger heranzumanövrieren und sahen die Buckelwale ca. 5-10 Meter vom Boot entfernt direkt unter der Wasseroberfläche schwimmen. Eindrucksvoll! Klick klick klick klick klick – Die Kameraauslöser standen keine Sekunde still.

wal-1

iceland whale watching

Wir schafften es fast 2 Stunden immer wieder vereinzelt einige Wale zu beobachten und die Zeit verging wie im Flug. Und wir wurden zu Eiszapfen. Deshalb entschieden wir uns auf der Rückfahrt zum Hafen in den Innenraum des Schiffen zu gehen, um uns etwas aufzuwärmen. Was sich als keine gute Idee für Björn’s Gleichgewichtssinn herausstellte… um sich nicht komplett seekrank erleichtern zu müssen, ging er lieber wieder aufs Oberdeck.

Als wir dann wieder festen Boden unter den Füßen hatten, fuhren wir wieder zurück nach Reykjavik. Dort aßen wir erst mal noch einen Hot Dog und lernten eine ältere Isländerin kennen, die sich um uns kümmerte. Weil wir anscheind recht durchgefroren aussahen, rieb sie Lena mütterlich warm und reichte uns Servietten zu den Hot Dogs. Hätte in Deutschland niemand gemacht.

 So ging der letzte Tag unserer Island-Reise vorbei und morgen um 3.00Uhr klingelt schon der Wecker für unseren Flug nach München. Wir verlassen Island mit zwei weinenden Augen, denn dieses Land ist einfach so wunderschön und die Zeit zu kurz, um alles zu sehen. Also: wir kommen definitiv wieder!

Photo Babalu Coffee House (c) by Google Earth

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